E-Moderation – Aktivierung der Studierenden

„Aktivierung der Studierenden” ist oftmals eine der Erwartungen, die im Zusammenhang mit dem Einsatz neuer Medien in der Lehre genannt werden. Im folgenden soll in Form von Tipps aufgezeigt werden, wie Sie mit Lern-Management-System und virtuellem Arbeitsraum die aktive Teilhabe der Studierenden an dem jeweils gewählten Lernszenario intensivieren können und wie der Anwendungsmix dabei helfen kann.

In Lerngemeinschaften kommt es in Folge notwendiger Abstimmungsprozesse immer zu Rückkopplungen. Gemeinsam erarbeitete Feedbackregeln haben dabei den Sinn, sowohl persönliche Entwicklungsmöglichkeiten als auch die Entwicklungsmöglichkeiten der Lerngruppe zu unterstützen.


Aktive Teilhabe

Die Rolle und Aktivität der Lernenden aber auch der Lehrenden hängt natürlich vom jeweils gewählten Szenario ab. Es lassen sich aber einige universelle Beobachtungen wiedergeben, die einen hemmenden oder förderlichen Einfluss auf die Lernenden haben.

  • Zeitnahes Feedback erzeugt zum einen ein Gefühl der Präsenz, zum anderen regt es zur weiteren Auseinandersetzung an. Bedenken Sie dabei aber, anderen Teilnehmenden die Gelegenheit zu lassen, aufgekommene Fragen zu beantworten.
  • In Diskussionsforen zeigt sich, dass Beiträge der Lehrenden oft „Kommunikationskiller” sind, wenn diese – in dem Bemühen schnelles Feedback zu geben – eine Antwort als „richtig” oder „falsch” klassifizieren. Damit ist die Diskussion oft beendet und widersprechende Meinungen von Seiten der Lernenden werden nur selten geäußert. Das Feedback sollte also mehr Einschätzungen abfragen oder versuchen die unterschiedlichen Kernaussagen nochmals aufzuzeigen und zur Diskussion zu stellen.
  • Verknüpfen Sie die verschiedenen Veranstaltungsformen inhaltlich und erinnern Sie auch in der Präsenz an die online Sitzungen oder die Möglichkeiten der online Gruppentreffen.
  • Die Schaffung emotionaler Nähe und eines Gruppengefühls, die Verquickung des Lernstoffes mit den individuellen Interessen des Lernenden und der ausreichende Raum zum Üben sind wichtige Erfolgsfaktoren für online Arbeitsgruppen.  zurück zum Seitenanfang

Anwendungsmix 

Je nach Einsatzzweck und Veranstaltungsform werden Sie das Lern-Management-System (LMS), DFN Adobe Connect oder auch ganz andere Werkzeuge für die Zusammenarbeit nutzen. Oftmals liegt der Schlüssel zum Erfolg auch in einer intelligenten Kombination verschiedener Werkzeuge.

So können Sie die Foren im LMS nutzen um Materialien von den Teilnehmern zu sammeln, oder diesen Zusatzmaterial vorab zukommen zu lassen. Über ein geeignetes Werkzeug stimmen Sie einen gemeinsamen Online-Termin in ab und richten einen Arbeitsraum in Connect ein.

In einer gemeinsamen Connect-Sitzung wird über das Material diskutiert und gemeinsam die weitere Ausarbeitung einer Projektskizze geplant.  

Die Teilnehmenden erarbeiten wiederum im Anschluss bestimmte Teile, tauschen diese über das LMS aus und präsentieren auf einer abschließenden online-Sitzung in Connect das gemeinsame Ergebnis der/dem Lehrenden und eventuell auch den Studierenden aus anderen Gruppen.

Die Foliensätze aller Gruppen werden anschließend im LMS abgelegt und damit allen Studierenden zugänglich gemacht. zurück zum Seitenanfang


Feedback geben

Feedback ist eine Gesprächsmethode, die auch in synchronen und asynchronen netzbasierten Umgebungen zur Verbesserung der Kommunikation und Kooperation beitragen kann.

Feedback besteht dabei immer aus zwei Seiten: dem Feedback nehmen und dem Feedback geben. Idealerweise hat der Feedbacknehmer durch die Rückmeldungen, die er bekommt, die Möglichkeit sein eigenes Verhalten so zu verändern, dass er seine Lernprozesse verbessern kann. Dies gelingt aber nur, wenn sich der Feedbackgeber nach entsprechenden Regeln verhält. Eine Liste zu Feedbackregeln finden Sie z.B. in der Handreichung „Leitfaden für gute Lehre” der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln.

Wie auch im Abschnitt Aktive Teilhabe dargestellt, kommt Lehrenden beim Feedback auf Studierendenbeiträge in netzbasierten Umgebungen eine besondere Stellung zu. Auf der einen Seite geben Sie durch schnelles Feedback den Teilnehmern den Eindruck, dass sich das Posten von Beiträgen im LMS „lohnt”, auf der anderen Seite kann ein intensives inhaltliches Feedback gerade zu Beginn einer Diskussion den anderen Teilnehmern das Gefühl vermitteln, die Frage sei damit erschöpfend beantwortet und das Posten neuer Studierenden-Beiträge wird unterdrückt. Hier können erste Hinweise in Kombination mit aktivierenden Rückfragen ein Mittelweg sein, die Kommunikation aufrecht zu halten. zurück zum Seitenanfang

Literatur zum Thema Salmon, Gilly (2004) : E-tivities Der Schlüssel zu aktivem Online-Lernen : Füssli Zürich TH Köln (Hg.) : Feedbackkultur : https://www.th-koeln.de/hochschule/feedbackkultur_9189.php Rohde, Andreas;Lucas, Claudia;Becker, Martin;Peral, Cristina Mondaza;Schindler, Kirsten;Mielke, Angela Philosophische Fakultät der Universität zu Köln (2016) : Leitfaden für gute Lehre : http://qm.phil-fak.uni-koeln.de/sites/qualitaetsmanagement/user_upload/Leitfaden_fuer_gute_Lehre_2016.pdf