Akkreditierung im Verbundstudium

Im Rahmen des „Bologna-Prozesses“ wurde Anfang der 2000’er Jahre in Deutschland ein Akkreditierungssystem etabliert, das die bis dahin erforderliche Genehmigung von Studiengängen durch das zuständige Ministerium auf Landesebene ablöste.

Die Akkreditierungen (Begutachtung und Akkreditierungsentscheidung) erfolgten seitdem durch staatsferne Agenturen.

Auf Basis des Beschlusses des Bundesverfassungsgerichts vom 17.02.2016 haben die Bundesländer mit dem Studienakkreditierungsstaatsvertrag vom 17.10.2017, der zum 01.01.2018 in Kraft getreten ist, das Akkreditierungssystem in Deutschland auf eine neue Rechtsgrundlage gestellt. Näheres zum Verfahren für die externe Qualitätssicherung ist durch die KMK (Kultusministerkonferenz) mittels der Musterrechtsverordnung vom 07.12.2017 geregelt worden, auf deren Basis das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW am 25.01.2018 die Verordnung zur Regelung des Näheren der Studienakkreditierung in Nordrhein-Westfalen (Studienakkreditierungsverordnung – StudakVO) erlassen hat.

Die Neuregelungen gelten für Akkreditierungsverfahren, deren Verträge ab dem 01.01.2018 geschlossen wurden. Für ältere Verträge gilt die alte Rechtsgrundlage weiter.

Mit der neuen gesetzlichen Grundlage hat sich die Rolle der Agenturen im Rahmen der Akkreditierungen geändert.

Der Antrag zur (Re-) Akkreditierung ist jetzt beim Akkreditierungsrat der „Stiftung Akkreditierungsrat“ zu stellen und die Agenturen begleiten das Akkreditierungsverfahren. Sie erstellen einen Prüfbericht zu den formalen Kriterien, führen in der Regel eine Begehung mit Gutachterinnen und Gutachtern vor Ort durch, erstellen darauf basierend ein Gutachten zu den fachlich-inhaltlichen Kriterien und geben eine Beschluss- und Bewertungsempfehlung ab.

Die Entscheidung über die Akkreditierung trifft der Akkreditierungsrat durch Feststellung der Einhaltung der formalen sowie der fachlich-inhaltlichen Kriterien auf Basis des Prüfberichts und des Gutachtens nebst Empfehlungen der Agentur.

Gegenstand von Akkreditierungen können weiterhin einzelne Studienprogramme (Programmakkreditierung) oder das hochschulweite Qualitätsmanagementsystem (Systemakkreditierung) sein. Darüber hinaus sind alternative Akkreditierungsverfahren möglich. Erst- und Reakkreditierungen haben künftig eine Laufzeit von acht Jahren.

Die Programmakkreditierung wie auch die Systemakkreditierung finden im Verbundstudium Anwendung, wobei derzeit noch mehrheitlich die Programmakkreditierung einzelner Verbundstudiengänge oder mehrerer als Paket erfolgt.

Im Verbundstudium wird überwiegend mit der Agentur für Qualitätssicherung durch Akkreditierung von Studiengängen (AQAS) und in einem Fall mit der Akkreditierungsagentur im Bereich Gesundheit und Soziales (AHPGS) zusammengearbeitet.

Zwei am Verbundstudium beteiligte Fachhochschulen, die FH Münster und die FH Bielefeld, haben erfolgreich die System(re-)akkreditierung ihres Qualitätssicherungssystems durchlaufen. Für die Verbundstudiengänge dieser Fachhochschulen sind aufgrund der Systemakkreditierung i.d.R. keine Programmakkreditierungen erforderlich. Die Begutachtung findet hier im Rahmen interner Verfahren an den Fachhochschulen statt.

Das Verbundstudienmodell hat sich ebenfalls einer Begutachtung durch AQAS – die sog. „Modellakkreditierung“ – gestellt. In den Jahren 2005 und 2006 erfolgten die Beantragung, die Begehung und schließlich die positive Begutachtung des Verbundstudienmodells. Dies wurde 2012 durch die „Beschreibung der studiengang- und hochschulübergreifenden Elemente des Studiengangkonzepts“ fortgeschrieben.


Informationen zum aktuellen Stand der Akkreditierungslaufzeiten der Verbundstudiengänge finden Sie hier.