Videos in der Hochschullehre

Prof als Handyvideo

Videos können als Lernvideos in ganz unterschiedlichen Formen und Ausprägungen in der Hochschullehre eingesetzt werden. Auf dieser Seite stellen wir Ihnen einige der gängigen Videotypen jeweils mit einem Beispiel vor.

Die verlinkten Videos sollen nur die typischen Merkmale des dargestellten Videotypus verdeutlichen und wurden nicht nach ihrer inhaltlichen oder didaktischen Relevanz ausgewählt!


Veranstaltungsaufzeichnung

Bei der Veranstaltungsaufzeichnung geht es darum, eine typische Veranstaltung im Video festzuhalten. Meist sind diese Videos relativ lang und fordern die Betrachtenden daher  in Bezug auf ihre Aufmerksamkeit.

Vorlesungsmitschnitt

Der Vorlesungsmitschnitt erscheint zunächst als eine sehr einfache Form der Videoaufzeichnung. Eine real stattfindende Vorlesung wird gefilmt und später in Gänze oder in Abschnitte unterteilt dargeboten. Es muss aber nicht unerheblicher Aufwand getrieben werden, um mit bewegten Sprechenden, kleinen Tafelbildern und einer lauten Raumakustik ansprechende Ergebnisse zu produzieren. Meist sind mehrere Kameras nötig, um sowohl die Vortragenden als auch das Tafelbild einzufangen und dazu meist eine Kamera, die die Totale aufzeichnet. Mit entsprechendem Aufwand  muss die Vorlesung später geschnitten und montiert werden.

Live-Aufzeichnung (Konferenzen)

Bei der Aufzeichnung eines Konferenz-Vortrags wird meist mit einer Kamera der nzw. die Sprechende aufgenommen, während zeitgleich die Inhalte der projizierten Folien abgespeichert werden. In der Wiedergabe kann dann zwischen den Videos geschnitten werden oder es wird ein Format gewählt, bei dem eines der Videos klein an der Seite des Hauptvideos angezeigt wird. So kann wechselweise die Betonung auf die bzw. den Vortragenden oder die Folieninhalte gelegt werden.

Webcam Vortrag

Manchen Vortragenden fällt es leichter, wenn ihr Vortrag nicht live vor der realen Zuhörergruppe aufgezeichnet wird, sondern wenn sie den Vortrag später separat einspielen können. Dazu reicht z.B. die Webcam eines Laptops aus, vor der die bzw. der Sprechende den Vortrag abhält und direkt aufzeichnet. Bei Bedarf kann ein Teil des Vortrags einfach wiederholt oder herausgeschnitten werden.


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Realfilm

Experteninterview

Im Interview kann man Experten, die normalerweise nicht für eine Vorlesung oder Fragestunde zur Verfügung stehen, zu bestimmten Themen zu Wort kommen lassen. Auch bieten sich vorbereitete Fragen an, die vorab durch die Studierenden gesammelt werden. Das eigentliche Interview kann dann u.U. mit sehr einfachen Mitteln (z.B. Handykamera)aufgenommen werden. Wenn ein Vor-Ort-Treffen nicht möglich ist, bietet sich heute auch an, solche Experteninterviews z.B. in Adobe Connect oder Google Hangout durchzuführen und direkt aufzeichnen zu lassen. So können zum einen Studierende live teilnehmen, Fragen stellen und diskutieren, zum anderen ist die komplette Aufnahme später für Studierende und Lehrende dauerhaft verfügbar.

Dokumentarfilm

Der Dokumentarfilm kann helfen, Prozesse oder Bewegungsabläufe zu veranschaulichen, die sich textlich nur sehr schwierig präzise beschreiben lassen. Die kann sowohl technische Anlagen als auch lebendige Motive betreffen. Im Falle sehr schneller oder langsamer Veränderungen kommt eine Zeitlupe bzw. ein Zeitraffer zum Einsatz. Ebenso läßt sich der Dokumentarfilm an Orten einsetzen, wo ein sehr beschränkter Zugang besteht, z.B. in Sicherheitsbereichen.

Praktikums- und Laborversuche

Das Medium Video eignet sich sehr gut, um Vorgehensweisen und Prozesse z.B. bei Praktikumsversuchen vorzuführen. Nach einem kurzen Video ist eine erste Einführung in den Ablauf gegeben und die Studierenden können bei der Vorbereitung an das bereits Gesehene anknüpfen. Solche Videos lassen sich auch gut durch Studierende erstellen, die sich für die Dokumentation besonders intensiv mit dem Aufbau bzw. der Prozessabfolge auseinander setzen müssen. Der Aufwand mit verschiedenen Einstellungen und Details erfordert eine gute Planung und Festlegung der beabsichtigten Inhalte.

Geräteeinweisung

In einem einfach zu produzierenden Video kann man meist gut das prinzipielle Vorgehen und die Bedienung komplexer Messgeräte darstellen. Auf diese Weise bekommen die Studierenden schon vor dem Praktikum einen Eindruck von dem Gerät und können sich mit den am häufigsten gebrauchten Funktionen vertraut machen.

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Screencast

Screencast zeichnen sich dadurch aus, dass die Inhalte nicht über eine Kamera, sondern direkt im System über eine Software aufgezeichnet werden. Dazu kommt meist ein parallel oder nachträglich aufgenommener Text, in dem nicht einfach die sichtbaren Inhalte wiederholt, sondern die zugrundeliegenden Gedanken und Überlegungen verbalisiert werden.

E-Lectures I – Freihand

Mit Hilfe eines Tablets, Tablet-PCs oder digitalen Whiteboards lassen sich handschriftliche Aufzeichnungen realisieren, mit denen ein Thema ähnlic zu einem Tafelanschrieb Stück für Stück entwickelt werden kann. Der aufgezeichnete Ton verbalisiert dazu die zugrundelegenden Überlegungen und erläutert das Vorgehen.

E-Lectures II – Präsentationsfolien

Ebenso wie die Handschrift lassen sich vorbereitete Präsentationsfolien aufzeichnen und mit einem entsprechenden gesprochenen Text versehen. Lehrende, die in der Präsenz gerne mit solchen Folien arbeiten, können diese als Basis für eine Aufzeichnung verwenden.  Auch hier sollte der aufgezeichnete Ton wieder die zugrundelegenden Überlegungen verbalisieren und nicht allein primär die Folieninhalte wiederholen. Bei Bedarf kann auf den vorbereiteten Folien auch mit Markierungen, Skizzen und Anmerkungen gearbeitet werden.

Softwaresimulation

Wenn der Umgang mit einem bestimmten Programm erläutert werden soll, bietet es sich an, im Rahmen einer Softwaresimulation die Bedienung des Programms vorzuführen, zu kommentieren und dabei aufzuzeichnen. So können Studierende direkt die beschriebenen Schritte nachvollziehen oder auch Spezialsoftware, die nicht individuell verfügbar ist, kennenlernen. Fortgeschrittene Screencast-Programme bieten auch die Möglichkeit des Zooms, so dass neben dem kompletten Bildschirm auch der Fokus auf einzelne Programmoptionen gelegt werden kann.

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Erklärvideos

Für kurze Videos in denen bestimmte abgegrenzte Inhalte vermittelt werden, haben sich spezielle Formate herausgebildet, die auf den Videoplattformen gerne eingesetzt werden. Einige davon möchten wir hier vorstellen.

Legetechnik

Mit der Legetechnik hat sich ein sehr unaufwändiges Trickfilmformat etabliert, mit dem durch einfaches Platzieren und Verschieben von Elementen ein Thema anschaulich dargestellt wird. Die verschiebende Hand darf dabei im Gegensatz zu anderen Trickfilmformaten ruhig zu sehen sein! So lässt sich mit ausgeschnittenen vorgezeichneten Grafiken oder Textelementen und einer festen Kameraposition ein ansprechendes, informatives und unterhaltsames Videoformat realisieren.

Sprecher mit Einblendungen

Mit Hilfe der sog. Greenscreen-Technik ist es heute relativ einfach möglich, eine Sprecherin bzw. einen Sprecher vom Hintergrund „freizustellen” und die sprechende Person dann vor anderen Einblendungen agieren zu lassen. Das gewählte Video zeigt ausserdem, dass der Text nicht immer bedächtig und nüchtern vorgetragen werden muss, der singende Mathe-Erklärer hat eine große Fangemeinde :-)

Stop-Motion

Mit Knete, Playmobil, Lego oder anderen Elementen lassen sich reale Szenen nachstellen und filmen, die in Natura vielleicht nicht zugänglich sind. Die Erstellung ist aber sehr zeitaufwändig und benötigt sehr gute Planung und viel Geduld.

How-To

Während es in den bisherigen Erklär-Videos oftmals mehr um Inhalte und Konzepte ging, sind die sog. How-To-Videos mehr einfach gemachte Tutorials in dem eine bestimmte Schritt-für-Schritt Handlungsanleitung vorgestellt wird, die bei Bedarf wiederholt werden soll.

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Computer-Animation

Mit Animationen sind in diesem Zusammenhang bewegte Bildfolgen gemeint, die mit Hilfe einer Softeware erzeugt werden.

2D

In zweidimensionalen Animationen werden zusätzliche Informationen oftmals wie hier durch farbige Darstellung übermittelt. Zusätzlich finden sich Paramter der Simulation in textlicher Form am Bildrand. Solche 2D Animationen lassen sich oft mit Simulationsprogrammen erstellen, bei denen z.B. Bauteile definiert werden und dann das Verhalten in Abhängigkeit von bestimmten Randparametern berechnet wird.

3D

Für die dreidimensionale Animation wird meist ein CAD oder 3D-Animationsprogramm mit virtuellen Zooms oder Kamerabewegungen verwendet. Das sog. Rendering berücksichtigt Texturen, Farben und Transparenzen und bietet so vielfältige Möglichkeiten der Darstellung.

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